Damals wurden auch, passend zur Kanzel, Taufständer und Lesepult gestaltet, dazu ein Altartuch zur Geschichte der heiligen Odilia durch den Würzburger Künstler Max Fritz.
Zu sehen darauf Odilia (mit Äbtissinnenstab) neben unserer Kirche, Kranke und Arme zu Christus rufend. Sie hält eine Bibel mit geöffneten Augen. Die neutestamentliche Bezeichnung „Kinddes Lichts“ fasst die Geschichte ihres Lebens zusammen. Oben links ist die Hohenburg zu sehen, rechts Odilias Taufe.
Im Rahmen der Dorferneuerung wurde die Odilienkirche 2003 letztmalig umfassend saniert, wobei u.a. das Dach neu eingedeckt, die Kirchturmuhr erneuert, der Wetterhahn instandgesetzt, die Fenster neu verglast und eine neue Heizung eingebaut wurde.
Im Altarraum kam mittelalterliche Wandmalerei zum Vorschein, die teilweise freigelegt wurden. Der Wandbehang im Altarraum von (Max Fritz, Kreuzigung und Abendmahl) wurde 2017 erworben.
Eine der zwei Glocken, 1594 gegossen nach 1945 nach Springen gelangt, befand sich ursprünglich in der evangelischen Kirche im heute polnischen Walsleben (Korytowo), ehemaliger pommerscher Landkreis Naugard, knapp 50 Kilometer östlich von Stettin.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden rund 90.000 Glocken für Rüstungszwecke beschlagnahmt und größtenteils eingeschmolzen. 15.000 lagerten bei Kriegsende noch auf sogenannten „Glockenfriedhöfen“. Sie konnten wieder in ihre Kirchtürme zurückkehren. Glocken aus den ehemaligen Ostgebieten wurden allerdings westdeutschen Kirchen als „Patenglocken“ überlassen, „leihweise“, wie es zunächst hieß. Bis vor wenigen Jahrzehnten war die Odilienkirche von einem Friedhof umgeben, dem „Totenhof“, sich entlang der heutigen Odilienstraße bis über das Gelände des ehemaligen Spritzenhauses erstreckend.