Nikola Züls

Kirche Sankt Simon in Laufenselden

Willkommen in der Kirche Sankt Simon. Sie ist dem Schutzheiligen Simon, dem Zeloten geweiht. Im Turm der Kirche finden Sie eine Holzstatue aus den Jahr 1965. Wie alt die Kirche ist, das kann man nur schätzen, schon um 1300 wird sie erwähnt, es gibt keine Aufzeichnungen über ihren Bau.

Wann genau der Turm entstanden ist, lässt sich nur erahnen. Bauliche Untersuchungen legen seine Entstehungszeit auf das Hochmittelalter fest ( so gegen 1000- 1100).

Im obersten Geschoss des Turmes hängen drei Glocken aus den Jahren 1812 die kleinste und 1920 die mittlere und große Glocke.

Die ursprünglichen Glocken aus dem Jahr 1607 haben sich nicht erhalten.

Bei einem Brand 1691 verbrannte rund um die Kirche das Pfarrhaus, das Rathaus und die Schule und damit auch alle älteren Aufzeichnungen. Auch die Kirche nahm zu dieser Zeit großen Schaden .

Grundlegende Umbauten im 18 Jahrhundert bestimmen heute den Eindruck der Kirche. Um das Jahr 1724 wurden die umlaufenden Emporen, die Orgel und der bemalte Himmel und die Holztonnendecke eingebaut.

1963 wurde der Himmel bei der Renovierung erst wieder entdeckt und freigelegt. Viele unterschiedliche Bilder finden sich hier, Erzengel, das Lamm mit dem Siegesbanner, das auf dem Buch mit den 7 Siegeln steht. 11 kleine Puttenköpfe umgeben die Darstellung.

Auf der anderen Seite finden wir die Taube des Heiligen Geistes. Mehrere Engel finden sich überall verteilt. Viele haben Musikinstrumente. Der Maler ist unbekannt, hat wohl Vorlagen benutzt. Alten Überlieferungen nach sollen damalige Geldgeber und Sponsoren Vorbild für so manches Engelgesicht gewesen sein.

Als die reformierte Kirche Einzug hielt, mussten alle Bilder aus der Kirche entfernt werden. Die Decke sollte weiß übermalt werden. Die Laufenseldener Gemeinde kam der Aufforderung nach, allerdings erst, nachdem sie eine zweite Bretterschicht aufgebracht hatte. So ist diese Malerei über die Zeit so gut erhalten geblieben, dass wir heute, 300 Jahre später, sie noch bewundern können.

Unter diesem Himmel, der sich der feiernden Gemeinde jetzt schön öffnet, lässt sich getrost Gottesdienst feiern.

Der Taufstein stammt wie das Kruzifix aus vorreformatorischer Zeit um 1500. Der puritanische Landgraf Moritz verbannte den Taufstein wohl aus der Kirche.

Wieder handelten die Laufenseldener Bürger auf eigene Weise und versteckten ihn unter dem Emporenaufgang, wo er 1880 von Pfarrer Moser entdeckt und an exponierter Stelle wieder aufgestellt wurde. Hier steht er bis heute und erinnert die feiernde Gemeinde immer an die grundlegende Bedeutung und Verheißung der Taufe.

Die romantische Orgel der Firma Rink stammt aus dem Jahr 1931.

Erst bei der Innenrenovierung im Jahr 2002 wurde das zweite Manual und weitere Register eingebaut. Heute erklingt sie sehr wohltönend, so wie sie ursprünglich 1927 geplant wurde.

Die Kirche lädt ein zu Gottesdiensten ganz unterschiedlicher Art. Gern wird sie auch für Abendgottesdienste, oder auch Taufen und Trauungen genutzt. Sie bietet mit Empore Platz für ca. 200 Personen.